
Demo 31.März 2012 des M-31-Bündnisses in Frankfurt a. M. Foto © Wolf Wetzel / Umbruch Bildarchiv (umbruch-bildarchiv.de)
Occupy Frankfurt hatte sich inhaltlich an die Seite des M31-Bündnisses gestellt, dabei aber betont, dass Occupy Frankfurt immer zu friedlichen Demonstrationsformen aufgerufen habe und dies auch weiterhin tun werde. Die FrankfurterInnen, am Ort des deutschen Finanzgeschehens, folgten wie viele andere Occupy Wall Street (= Besetzt die Wall Street). Selbst ein schneller PC braucht Zeit, um directory.occupy.net auf Occupy Together anzeigen zu können. Aus Europa, Asien, Australien, Afrika kam Antwort. Wir auch. Wir haben es satt. Die Selbstverbrennung des vor dem Arabischen Frühling völlig unbekannten Tunesiers Mohammed Bouazizi, der versucht hatte, sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen aber an staatlicher Repression und Bestechlichkeit scheiterte, ist eine der Antworten von Occupy Together, was Occupy ist. Und: “Occupy ist eine internationale Bewegung aus dem Volk, von Individuen mit verschiedensten Hintergründen und politischen Ansichten.” Gemeinsamer Nenner: Kein Vertrauen mehr in die politischen VertreterInnen, die Klientelpolitik im Sinne “krimineller Unternehmen” (Occupy Together) betreiben und profit-orientiert entscheiden. “Wir wollen ein System, das den Interessen der Menschen dient”.
147 Finanzkonzerne regieren die Welt, so die Aussage einer Züricher Studie, auf die sich “Der Sonntag” beruft. Dass es mit der gefühlten Freiheit im Kapitalismus so eine Sache ist, und dass ungehindert expandierende Unternehmen VerliererInnen zurücklassen, zeigen die weltweit entstandenen Proteste: “…ohne Zukunft, ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne Rente, ohne Angst”, ließen spanische Jugendliche auf ihre T-Shirts drucken, bevor sie als Teil der “Democracia real ya”-Bewegung (= echte Demokratie jetzt) in Madrid auf die Straßen gingen. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Wer in Deutschland beispielsweise wenig verdient, oder besser gesagt, wenig für seine Tätigkeit bekommt, sucht Schnäppchen, in der Regel bei Anbietern, die in sogenannten Billiglohnländern produzieren lassen. Der Dokumentarfilm “Let’s make money” von Erwin Wagenhofer steuert weitere Bilder und Berichte zum Thema bei. “Karl Marx, der störrische Rechthaber, hat es vorhergesehen: Der Kapitalismus funktioniert heute genau so, wie er es beschrieben hat. (…) Hier lässt der Kapitalismus Milch und Honig fließen, dort schafft er Elend”, schrieb Thomas Asshauer 2008 für die ZEIT.








